Edition Pleroma
Bücher für den geistigen Weg

Die Offenbarung auf Patmos


Interpretation der Apokalypse des Johannes

von Gabriele Quinque


Dritte Auflage

Edition Pleroma

Print: ISBN 978-3-939647-68-3

Seitenzahl: 312

Format: 16 x 22,5

Hardcover € 28,00


E-Book: ISBN 978-3-939647-69-0

E-Book € 9,99

Schon lange Zeit halten Sie Ausschau nach dem höheren Sinn des Daseins. Nun steht dieses Buch an Ihrer Seite und lässt Sie die 22 Vorhänge anheben, die der Offenbarung des Johannes als Schutz vor uneingeweihten Blicken dienen. Die Apokalypse des Johannes ist kein Ausblick auf den Weltuntergang, vielmehr enthüllen die eindringlichen Schaubilder die Liebesgeschichte von Gott und Mensch. Sie vermitteln die letzten großen Erlebnisse der menschlichen Seele auf ihrem Weg in den erlösten Zustand von Frieden und Freiheit. In einfühlsamer Sprache führt die Autorin auf die heilige Insel Patmos, auf der Johannes in der Verbannung lebte und seinem Jünger Prokhorus die Offenbarung diktierte. Prokhorus erlebt 22 Tage, in denen ihm bedeutsame Einsichten zuteilwerden. Als Leser werden Sie mitgenommen auf die Pfade des jungen Mannes und erleben eine faszinierende Enträtselung des letzten Buches der Bibel. Erfüllt mit der Weisheit aus christlich-mystischen Initiationen wird Sie dieses Buch auf Ihrem eigenen geistlichen Weg begleiten.



Gabriele Quinque weiß sich eingebunden in die Tradition der Rosenkreuzer und ist seit Jahrzehnten als Mystagoge in dem von ihr konzipierten Tempelschlaf tätig. Ihre Bücher, Fachartikel, Mysterienspiele, Seminare und Vorträge eröffnen Suchenden einen Zugang zur abendländischen Mystik. Sie verfügt über langjährige Erfahrungen in Initiatenorden und wirkt als Mitbegründerin im FMG – Förderkreis für Mythologisches Gedankengut e.V., der tradierte Mythen bewahrt und die Weisheit der Älteren Brüder im Templum C.R.C. durch das Einweihungssystem in der Tradition der Gold- und Rosenkreuzer lebendig erhält. 


Leseprobe:


Vorwort zur dritten Auflage 


Die Apokalypse des Johannes ruft mehr Spekulationen über ihren Sinn und Zweck hervor, als andere Schriften der Bibel. Es stellt sich die Frage: Was war der Grund, dieses mysteriöse Buch in den Kanon der Heiligen Schrift aufzunehmen? Welche Botschaft überliefern die Kirchenväter mit der Offenbarung des Johannes? 
In unserem Zeitfenster zeigt sich ein grundlegendes Problem der christlichen Kirchen im Mangel an Verständnis für die Eschatologie, also für das Endzeitliche im eigenen Bewusstsein und der Vorstellung davon, was nach dem Tod geschehen könnte. Die säkularisierte Gemeinde bemüht sich, im Schulterschluss mit dem Klerus um eine vordergründige Umsetzung moderner gesellschaftlicher Ideale, anstatt um die geistliche Erfahrbarmachung des heiligen Dogmas der Ur-Kirche. So gerät mehr und mehr in Vergessenheit, dass der religiöse Mensch der Gottesnähe die Priorität einräumen sollte. Die Wahrnehmung des Heiligen Geistes im eigenen Leben brächte eine seelische Erfüllung mit sich; auch Frieden und Freiheit könnte über die irdische Existenz hinaus erfahren werden. Heutzutage wird leider nur die Erfüllung des allgemeinen profanen Zeitgeistes angestrebt, was bisweilen zu grotesken Auswüchsen führt. Der egoistische Erdenbürger hat sich in den Kerker seines chronischen Selbstbezuges eingeschlossen. Gott soll so sein, wie ihn sich der Erdenbürger wünscht. Deshalb wird das Absolute, das All-Eine des Gottvaters häufig relativiert. Die weitverbreitete Abwendung von der Allmacht Gottes verführt überhebliche Intellektuelle sogar dazu, die Bibel und die heiligen Gebete der Sprache ihrer modernen Ausdrucksform anpassen zu müssen. Ergänzt wird dieser Frevel von der prekären Meinung, alles Wissenschaftliche und von Menschen Erdachte erhebe zu Recht den Anspruch auf die Wirklichkeit, ohne anzuerkennen, dass alles Irdische nur das Erwirkte einer verborgenen Wirkkraft sein kann.
St. Johannes würde wohl sagen: Das Tier glaubt, den Sieg davon getragen zu haben, weil es die Macht über die Menschen erlangt hat (vgl. Kap. 13 der Apokalypse). In ihrem Buch über die Offenbarung entwirrt Gabriele Quinque kompromisslos das säkularisierte Gespinst aus Arroganz und Unkenntnis. Kompromisslos deshalb, weil sie klar herausstellt: Gott dient nicht dem Menschen, sondern der Mensch ist dazu auserwählt, Gott zu dienen! In drastischen Bildern zeigt Johannes in der Apokalypse auf, dass wahres Menschsein in der Zuwendung zu Gott gipfelt. Aus Anbetung und bewusster Selbstreflexion entsteht Selbsterkenntnis, die ihre Krönung durch den Einzug des Heiligen Geistes erfährt. Die Apokalypse ist mitnichten ein Weltuntergangsbuch, sondern das Trostbuch der Christenheit. Es zeigt dem Gläubigen, was mit seiner Seele geschieht, wenn das physische Leben sich aufgelöst und den Erdenplan verlassen hat. Alle Anhaftung an das Irdische wird von der Seele genommen, denn am Ende der Zeit soll nur noch das Heilige bestehen bleiben. Da es ohnehin siegen wird, darf der Mensch heute keine Zeit verlieren, sich damit auseinanderzusetzen. Sobald nämlich die letzte Stunde geschlagen hat, reduziert sich der eigene Handlungsspielraum gegen Null, und die geistlos gebliebene Seele wird ihr Schicksals im Jenseits weder einsortieren noch ertragen können.
Offensichtlich war die Inspiration Johanni so überirdisch, dass er uns das Hernachmals, wie er das Jenseits in der Offenbarung nannte, in eindrucksvollen Metaphern aufzeigen konnte. Eine bahnbrechende Enthüllung der letzten Geheimnisse kann nur entstehen, wenn der Urheber hochgradig gebildet, zutiefst eingeweiht und erleuchtet ist. Der Heilige Geist braucht kluge und meisterhafte Vermittler, die in der Lage sind, die Botschaften für die Menschheit in tiefgreifende Seelenbilder zu übersetzen. Die Autorin führt das Werk gleichsam fort, da es ihr gelingt, dieses Buch des Johannes sehr umfassend zu deuten. Aus einer alten Tradition kommend, besitzt sie die Schlüssel der Hermetischen Philosophie, die sie in die Lage versetzen, die tradierten Symbole und Allegorien so zu transportieren, dass sie dem modernen Menschen wieder verständlich werden. Also erkannte sie auch, aus welchen Mysterienkulten die mächtige Bildsprache entlehnt wurde. Denn häufig lässt Johannes gewaltige Symbole aus dem mesopotamischen, babylonischen oder hebräischen Kulturkreis einfließen. Auf diese Weise erhebt sich die johanneische Apokalypse zu einer erhabenen Schrift voller Hinweise auf fernöstliche und abendländische Einweihungsmysterien. Die Deutungen in diesem Buch werden eindrucksvoll verwoben mit der Empathie zur Geschichte des Aufenthaltes von Johannes und seinem Schreiber Prokhorus auf der Insel Patmos. Beeindruckend sind den 22 Kapiteln jeweils Ausschnitte aus den Bildern von Albrecht Dürer vorangestellt. Dazu schreibt die Autorin: Dürer war deutlich geworden, die Offenbarung will uns zwingen, den Intellekt als Werkzeug auszuschließen. Alles kausale Denken und Beurteilen, jedes Meinen, Denken und Diskutieren über irdischen Widerhall und profane Belange versagt kläglich. (…) Die Apokalypse erklärt das Göttliche nicht aus dem Irdischen heraus, sondern geht umgekehrt vor und verlangt, das Irdische aus dem Göttlichen heraus zu begreifen.
In dem vorliegenden Werk werden viele moderne christliche Lebensarten provokativ widerlegt oder im johanneischen Sinne sogar hinweggewischt, und ohne Schnörkel wird das geheimnisvolle Wissen der Älteren Brüder aufgedeckt. Es geht dem wahren Christen nicht um Weltverbesserung und Weltrettung, sondern einzig um Gottesfindung und damit Weltüberwindung. (…) Wer seine Augen ausschließlich auf den Boden irdischer Tatsachen heftet, für den ist Christus, der große Enthüller uralter Initiationsgeheimnisse, vergeblich über die Erde gewandelt. Wer nur ein alltägliches Erdenleben im Sinn hat und weder die Magie von Brot und Wein erkennt noch den Zorn Gottes im eigenen Herzen zu spüren bekommt, für den hat der Messias nutzlos unter Pontius Pilatus gelitten. In klerikaler Überlieferung wird die Offenbarung des Johannes als Liebesbeweis Gottes zu seinen Geschöpfen erkannt. Es gehören jedoch sowohl ein umfangreiches Wissensspektrum als auch erheblicher Mut dazu, in den scheinbar zerstörerischen Beschreibungen das Heil der Gottesliebe zu erkennen. Auch hier hilft uns die Autorin mit hinreißenden Erklärungen weiter. Das Wesen Gottes ist Liebe, aber seine Form von Liebe steht jenseits menschlicher Rührseligkeit und offenbart sich als Thymos. Als höchste Erregung, für die der Ausdruck Zorn als Synonym gewählt wird, weil es kein anderes Wort gibt, das dem Erleben näherkommt. Die Liebe Gottes gleicht einem großen Feuer, seine Umarmung ist wie das Eingehen mitten in das Flammenmeer, und der Gluthauch seines Kusses brennt sich unauslöschlich in die Seele. In einem Liebesakt von Gott und Seele verbrennt alles, was der Art seiner Liebe noch nicht wesensgetreu werden konnte. Darum erschreckt die Liebe Gottes die Schöpfung so häufig. Aus seiner Sicht zählt nur die Ewigkeit. Die Zeitlichkeit eines zwar lebensfrohen, aber unbewussten Menschentraumes erscheint dem Auge Gottes wie eine Krankheit, von der er die Seele befreien will. Aber Gott weiß, seine Wuchtliebe hat für die unvorbereitete Seele verheerende Auswirkungen, darum wartet er mit seiner Annäherung, bis die Geistseele erwacht ist. Sobald dies der Fall ist, steht der geistigen Leidenschaft nichts mehr im Wege und Gott gibt seinem eigenen Verlangen nach. Der Allmächtige sendet sieben Dienstengel aus, um die Geistseele durch die Ausgießung seines Zornes endgültig von ihrem Wirken auf dem Schöpfungsplan abzusondern und die ihr noch verbliebenen Siegel des Widersachergeistes abzulösen. Dann sind nur noch wenige Schritte einzuleiten, bis die Seele zu reinem Gotteslicht gewandelt sein wird und in der Neshamah Einzug halten kann. So zur Gottseele geworden wird sie im Reich der Ewigkeit, in Atziluth, in der Welt des Ursprungs, mit dem Allmächtigen wohnen dürfen.
Dieses Ziel des menschlichen Daseins ist erreicht, wenn am Himmel im 21. Kapitel die Himmlische Stadt, das Neue Jerusalem herniedersteigt und Priester und Könige darin einziehen dürfen. Am Ende erfüllt sich die wunderbare Verheißung der Ebenbürtigkeit mit Gott und seiner Hierarchie. Und Ich Johannes, bin es, der all dies sah und hörte; und da ich sah und hörte; fiel ich zu beten nieder vor des Engels Füße, da er mir dies zeigte. Und er sprach zu mir. Tue es nicht! Ein Knecht bin ich mit dir und deinen Brüdern, den Propheten und denen, die der Worte dieses Buches achten. Bete zu Gott!“ (Offb 22)
Das vorliegende Buch ist aufregend, erschütternd und provokativ zugleich. Wer davon absieht, es nach den ersten Kapiteln mit dem Ausruf „Mit mir nicht!“ in die Ecke zu schleudern, wird mit tiefen Einsichten in das Mysterium des wahren Christseins belohnt. Zweimal hatte ich das herrliche Erlebnis, mit Gruppen von begeisterten Christenmenschen nach Patmos zu reisen. Tatsächlich konnten im Frühjahr 2025 symbolträchtige 22 Teilnehmer gemeinsam mit der Autorin die Wirkstätte Johanni erkunden. Der Geist der Apokalypse durchdrang uns auf der Insel Patmos allgegenwärtig – vor allem im Johanneskloster, in der Höhle der Offenbarung, in der Heiligen Messe sowie in gemeinsamen Meditationen und Gebeten.



Die Gnade des Herrn Jesus sei mit allen!
Offb 22



Dr. Thomas Steckenreiter
Frankfurt am Main, März 2026

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